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Der beste Sommerjob

Hallo, mein Name ist Christoph Egarter, bin Student des Wirtschaftsingenieurwesens für Logistik und Produktion und außerdem Junglandwirt in Sexten. Wir Tiroler werden häufig als Menschen der Tat beschrieben, als fleißig und vielseitig. Diese Aussagen mögen gegebenenfalls auch für meinen diesjährigen Sommerjob zutreffen. Im folgenden Artikel erzähle ich wie ich in meinem Wald Bäume gefällt und somit Holz zum Verkauf, sowie zum Eigenverbau beschaffen habe.

Die Landwirtschaft wird bei uns seit jeher nebenberuflich ausgeübt. Somit bleibt der Zugang zu den Naturressoursen aufrecht, ohne dabei den Familienbesitz an Wiesen und Wald in fremde Hände zu geben. Dass dabei die Maschinen und Technischen Hilfsmittel aus wirtschaftlichen Gründen nicht der besten und neuesten Ausführung entsprechen können, mag nachvollziehbar sein. Dennoch ist mit Einsatz und gutem Willen alles erfolgreich gelungen.

Die Lärchen, bestimmt für den Eigenverbau

Einer Holzschlägerung vorweg geht ein dementsprechendes Ansuchen bei der Forstbehörde. Diese nimmt die gewünschte Entnahmemenge an Holz des Waldbesitzers entgegen und versucht diese mit dem effektiven Baumbestand abzustimmen, um eine nachhaltige Waldentwicklung zu gewährleisten. Im Detail wurden mir 350 m³ zugetraut, meine erste “Partie”. Der nächste Schritt war die Markierung der zu fällenden Bäume von den Förstern. Da sich in diesem Jahr die großen Schneemengen noch hartnäckig bis lange in den Frühling hinein hielten, musste ich noch etwas Geduld aufbringen, denn nun ging’s ans Eingemachte. Vorerst setzte ich mich mit potenziellen Abnehmern in Verbindung, die mir ihr Interesse an meinem qualitativ hochwertigen Baustoff durch ihr Preisangebot nach Lokalaugenschein kundgetan haben.

Der Beruf als Holzfäller wird als der gefährlichste aller Berufe bezeichnet. Dementsprechend vorbereitet sollte man auch zu Werke gehen. Das Fällen und aufbereiten eines Baumes ist nun nicht allzu schwierig, dennoch sollte man es im Jugendalter beigebracht bekommen haben denn, “was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmamehr”. Die körperlich anstrengende Arbeit bedarf zudem etwas Eingewöhnung. Wie dem auch sei, schneidet man die Fallkerbe in jener Seite aus dem Stamm, in die der Bau fallen soll, um dann auf der Rückseite den Fällschnitt zu machen und durch Keile die nötige Neigung des Baumes zu verursachen. Das Zusehen, wie er mit Knackgeräuschen begleitet zu Boden segelt und dort mit einem  dumpfen Knall aufprallt und den Boden in leichte Erschütterung versetzt, ist wohl der beste Moment an der Tätigkeit, zumal sich ein Gefühl der Genugtuung breit macht. Dann geht es gleich ans Abtrennen der Äste, doch auch dann ist die Arbeit noch lange nicht erledigt.  Das größte Augenmerk in der gesamten Prozesskette galt wohl dem Abtransport aus dem Wald und der Bereitstellung der Baumstämme an LKW-zugänglichen Ablagestellen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten wollte ich dies so kurz als möglich halten und den zeitlichen Ansprüchen meines Abnehmers gerecht werden. Dieser logistischen Herausforderung stellte ich mich als angehender Logistikingenieur freilich gerne. Je nach Geländebeschaffenheit erfolgte der Abtransport der über  300 Bäume dann vorwiegend in ganzem, doch geastetem Zustand. Dabei stellte ich fest, dass mein Traktor nicht genügend Potenzial aufweist, um mehr als einen mittelgroßen Baum zu ziehen. Dafür spielte er seine Wendigkeit im Wald aus, wodurch ich die Bäume meist ohne Seilwinde erreicht habe. Stattdessen konnte ich am Heck des Traktors die Stapelgabel montiert lassen. Hat der Baum den Lagerplatz dann erreicht, habe ich ihn zu vier Meter langen Stämmen zersägt und diese gleich gestapelt. Die dünnen Stämme der Baumkrone waren für das Sägewerk uninteressant, sodass ich sie getrennt gelagert habe. Aus diesem Restholz lies ich Hackgut für den eigenen Jahresheizbedarf häckseln und hatte noch eine stattliche Menge über um das Fernheizwerk Sexten damit zu beliefern. Die Äste hingegen blieben im Waldboden als Todholz zurück, wo es nach kurzer Zeit zu Humus verrottet. Insgesamt habe ich vier verschiedene Ablagestellen benötigt, wovon sich zwei nicht auf meinem Grundstück befanden. Durch Absprache mit den Besitzern bekam ich jedoch deren Einverständnis. Sobald die geschätzte Menge einer LKW- Ladung erreicht wurde, habe ich rasch den Abtransport veranlasst, um auch hier keine unnötige Zeit verstreichen zu lassen. Glücklicherweise kann ich sagen,  dass ich die neun LKW- Ladungen an Holz nicht alleine erarbeiten musste und bedanke mich an dieser Stelle bei meinen Helfern.

Der Hängerzug die mein Holz verluden und in das Sägewerk brachten

Der Sommerjob hat mir nicht nur ein willkommenes Taschengeld eingebracht, sondern ein hohes Maß an Lebenserfahrung in diesem Bereich beschert, sodass ich nun jederzeit diese Art von Naturressoursen nutzen kann.

Zusammenfassend kam ich zu folgenden “Lean- Erkenntnissen”, die auch bei Holzschlägerungen von Vorteil sind:

  • One- peace- flow: Durch das Fällen und den unmittelbaren Abtrabsport eines Baumes vermeidet man den Holzbefall durch den Borkenkäfer, reduziert den Platzbedarf und erhöht die Arbeitssicherheit.
  • Pull system: Durch das zeitliche Abstimmen der verschiedenen Arbeitsschritte vor allem dann, wenn wir zu zweit gearbeitet haben war es hilfreich, wenn der Abtransport und Stapelung schneller vonstatten ging als der Fällprozess. Somit konnte ein “push” vermieden werden.
  • Continuous Improvement “Kaizen”: Da zu Anfang noch einiges an Erfahrung und Praxiserkenntnissen notwendig waren war es wichtig, ständig nach Optimierung zu suchen und verschieden Möglichkeiten auszuprobieren.

Hackgut dank Mitglieder des Maschinenringes

Vorrat an Heizmaterial für ein Jahr

  1. Kenzo Stabinger
    2. März 2012, 12:54 | #1

    Hallo Christoph,
    mein Name ist Kenzo. Mein Opa kommt ebenfalls aus Sexten, vielleicht kennst du ja das Hotel Mondschein das am Rande der Strasse steht.Ich wohne aber in Toblach. Im Moment studiere ich in Bozen und nachdem ich deinen Artikel gelesen habe war ich extrem begeistert und wollte wissen wie man sich für so einen sommerjob bewerben muss. Könntest du mir ein paar Tips geben wie,wo und wann man sich dafür anmelden muss?
    Vielen Dank

  2. Christoph Egarter
    7. August 2013, 21:53 | #2

    Hallo Kenzo,

    in meinem Fall habe ich mich nirgends beworben, da ich in meinem Wald, und mit meinen Traktor die Arbeit durchgeführt habe. Andernfalls könnte man bei Forstbetrieben anklopfen und um Bedarf nachfragen.
    Beste Grüße

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