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Eröffnung des neu gestalteten Rudolf-Stolz-Museums in Sexten

sowie der Sonderausstellung „Die Malerbrüder Stolz“, die anlässlich des 50. Todestages des Künstlers Rudolf Stolz im Sommer 2010 im Rudolf-Stolz-Museum in Sexten gezeigt wird

Am 7. August 1960 verstarb in Sexten im Alter von 86 Jahren der aus Bozen stammende Künstler Rudolf Stolz. 1943 war er mit seiner Familie von Bozen nach Sexten übersiedelt. Den meisten Südtirolern bekannt ist Rudolf Stolz durch sein Meisterwerk, den Totentanz im Sextner Friedhof.

Am Begräbnistag fassten seine fünf Töchter und seine Schwiegersöhne Giselbert Hoke und Erich Pattis den Entschluss, für den Vater und Schwiegervater ein Museum zu errichten. Die Gemeindeverwaltung von Sexten mit dem damaligen Bürgermeister Franz Villgrater unterstützte dieses Vorhaben großzügig. 1965 konnte mit dem Bau des Museums begonnen werden. Am 13. April 1969 wurde es von Landeshauptmann Silvius Magnago eröffnet. Das Museum wurde in den folgenden 25 Jahren von der Tochter Hanni betreut und nach deren Tod vom Lehrer Rudolf Holzer.

Seit nunmehr fünf Jahren werden vom Museumskuratorium Veranstaltungen und während der Sommermonate Sonderausstellungen organisiert. Das Museum ist dadurch in den letzten Jahren zu einem beliebten Treffpunkt im Zentrum von Sexten geworden. Während der Sommermonate kamen in den letzten Jahren mehrere Tausend Besucher ins Museum.

Der 50. Todestag von Rudolf Stolz wurde zum Anlass genommen, die Museumsräumlichkeiten umzubauen und neu zu gestalten (neue Decke, neue Beleuchtung, Errichtung einer Galerie, neue Vitrinen) sowie die großformatigen Bilder, die vor zehn Jahren von der Autonomen Provinz Bozen angekauft wurden, neu zu rahmen und neu zu hängen. Der Kunsthistoriker Dr. Carl Kraus aus Innsbruck stand bei den Umbau- und Neugestaltungsarbeiten beratend zur Seite.

Eintritt frei!

Die Malerbrüder Stolz

Ignaz Stolz (Bozen 1868 – Lana 1953)

Rudolf Stolz (Bozen 1874 – Sexten 1960)

Albert Stolz (Bozen 1875 – Bozen 1947)

Die in einigen Bereichen ähnliche Formensprache sowie gelegentliche gemeinsame Aufträge haben dazu geführt, dass das Werk von Ignaz, Rudolf und Albert Stolz unter einem Sammelbegriff lokaler Kunstübung gesehen wird, in dem die einzelnen Persönlichkeiten kaum auseinander gehalten werden. So verschieden aber ihre Charaktere sind – „man möchte Ignaz den Choleriker, Rudolf den Phlegmatiker und Albert den Sanguiniker nennen“ (Josef Garber, 1926) – so unterschiedlich sind auch ihre künstlerischen Temperamente.

Albert, von seiner Grundneigung her ein volkstümlich-heiterer Erzähler, findet im „Südtiroler Volksleben“ sein hauptsächliches Betätigungsfeld.

Rudolfs großes Freskowerk geht von der machtvollen Archaik Egger-Lienz‘ aus, wandelt diese jedoch, seiner inneren Haltung gemäß, zunehmend ins Lyrische und Melodiöse.

Ignaz, der scharf beobachtende Realist und Dramatiker, ist vor allem Menschenmaler: Schöpfer eindringlicher Porträts und temperamentvoll-barocker biblisch-mythologischer Kompositionen.

Kurator: Carl Kraus, Innsbruck

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