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Westliche Zinne / Demuth Kante(6-/A0)

Der Bergsteiger und Klettertrainer Simon Pfandler berichtet über seine Tour: Westliche Zinne / Demuth Kante(6-/A0).

Mit Manu übers Wochenende zu den 3 Zinnen gefahren. Da das sehr frühe aufstehen nicht gerade unsere Stärke ist waren wir die letzten beim Einstieg zum große Zinne Normalweg. Konnten uns dann gemütlich an den Dolomitenfels gewöhnen. Da wir fast alles wieder abkletterten konnten wir beim Abstieg einige Seilschaften einholen und so waren wir nicht die letzten beim Bier. Am Abend gings dann doch zeitig ins Bett um fit für den nächsten Tag zu sein. Bei Anbruch des Tages schultern wir unsere Rucksäcke und ab geht es auf die Nordseite der Zinnen. Vom oberen Parkplatz holt uns sehr schnell ein Kletterpärchen ein, wir sehen sie dann in der westl. Zinne Nordwand und Manu kann bewundern wie die schnelle Seilschaft in Turnpatschen am oberen Ringband leichtfüßig vorbeispaziert (Hut ab vor der Geschwindigkeit). Der Einstieg kann nur über steile Sandrinnen erreicht werden, doch irgendwann stehen auch wir voll adjustiert unter der beeindruckenden Wand.

Zuerst geht es relativ leicht hinauf, doch bei einer luftigen Querung beginnen meine Knie das erste mal zu zittern. Ein Bergführer holt mit 2! Gästen zu uns auf, da er die Route kennt lassen wir ihm gerne den Vortritt. Da uns jetzt leichteres Gelände erwartet lasse ich Manu die Möglichkeit den Vorstieg zu üben. Da leichtes Gelände aber auch keine Haken bedeutet findet sie keinen Stand und muss an einem mikro Köpfl und einem Friend ihren ersten alpinen Stand bauen. Der Friend ist wirklich perfekt platziert, dass Köpfl wirkt dafür eher nur “symbolisch”. Bald stehen wir unter dem Ãœberhang. An diesen wackligen Haken soll ich mich hinauf ziehen? Naja wenigstens haben wir einen guten Stand. Auch Freikletterversuche gebe ich bald auf. Gott sei Dank der Haken hält und so komme ich mit einigen Schweißperlen auf der Stirn am nächsten Stand an. Die Bewertung dieser Stelle mit 5/A0 stammt wohl noch aus der Zeit vor dem siebten Grad. Als ein Sechser das höchste Kletterbare war. Nachdem Manu zu mir aufgeschlossen hat kommen erste Zweifel über den Weiterweg. 3m ober unserem Stand steckt ein Haken, das Gelände gerade weiter schaut dann aber echt nicht mehr nach 5 aus. Also nach rechts gequert, dort warten auch nur glatte Bäuche. Also klettere ich nochmal zurück zu Manu und schnorre eine Tschigg. Meine erste unter Tags seit Feber. So langsam kann Manu meine Nerven beruhigen, man kann sich mitten in so einer Riesenwand wirklich verloren fühlen. Also doch geradeaus. Irgendwo finde ich eine halb abgeplatzte Schuppe hinter die ich einen Keil stopfen kann. Wie auf Messers Schneide schleiche ich über das relativ brüchige Gelände. Na wer sagts denn, war ja gar nicht so schwierig. Ich hänge gerade den Stand ein da kommt ein Kletterer schon fröhlich grüßend etwas weiter links von meiner Linie herauf. Da der Stand eh nichts tolles ist hängt er einen einzelnen Keil in einen Ritz und gibt schon das Kommando zum nachkommen. Manu ist inzwischen auch schon hier, wir lassen dieser schnellen Seilschaft aber gerne den Vortritt. Plötzlich hören wir von unten in herrlichem Kärntner Dialekt: Robert tua amol zu. Der Kletterer belastet den Keil voll (ich sehe schon die ganze Seilschaft abstürzen) doch er hält bombenfest. Schon kommt eine durchtrainierte Dame heraufgestiegen. Ich denke mir, die kenne ich doch, ich soll aber erst später herausfinden, dass es Dagmar Wabnig ist. Ihre Homepage http://www.wabnig.net/ kenne ich allerdings schon lange. Man findet auch auf diesem Reiseportal einige schöne Berichte. Nun da wir wieder wen vor uns haben steigt auch die Motivation wieder sprunghaft an und wir versuchen der Seilschaft halbwegs hinterher zu kommen. Dies ist allerdings nicht ganz leicht, da Robert einen sehr kompromisslosen Sicherungsstil einhält: Das 60m Seil wird ohne Zwischensicherungen voll ausgegangen bis es spannt, dann schwindelt Robert irgendwo einen Friend in Ritzen die ich nie gesehen hätte hinein und schon kann Dagmar nachkommen. Na ja irgendwie hat er ja recht, den Haken kann man eh nicht richtig trauen und beim eigenen Zeug hat man einfach mehr Gefühl ob es hält. Die letzten 3 Seillängen bieten jetzt noch herrliche Kantenkletterei, bei der es zwar links und rechts ordentlich hinuntergeht es aber trotzdem nie extrem ausgesetzt ist. Am Gipfel treffen wir Robert und Dagmar wieder und genießen endlich die wärmende Sonne.

Da es allerdings nicht mehr lang hell bleibt brechen auch wir bald auf. Der Abstieg ist gut gekennzeichnet doch verlangt er sicheres seilfreies gehen in 2er Gelände. Bei einem Abseiler sehe ich, dass die Seillängen gerade so bis zum Ringband reichen. Ich habe aber vergessen, dass wir ein 50m und ein 60m Seil (das zweite 60m Seil musste ich wegen Fehllieferung zurückschicken) haben. Cirka 1.5m vor dem Band flutscht mir das Seil aus der Hand, mir bleibt das Herz stehen. Gott sei dank bin ich so knapp über dem Band, dass ich stehen bleiben kann. Angstvoll blicke ich in den gähnenden Abgrund, nicht auszudenken, wenn ich gestolpert wäre. Von nun an gibt’s für mich keine Ausrede wegen Steinschlags für keine Knoten im Seilende mehr. Das letzte Stück müssen wir über eine steile Schotterrinne hinunter. Hier treffen wir auch Robert und Dagmar wieder. Dagmar verrät uns, dass sie Schotter am meisten hasst. Ich bin hier in meinem Element und so rutsche ich halb fiegelnd hinab. Kurz vor der Dunkelheit kommen wir bei unserem Auto an. Da Manu morgen ihren ersten Arbeitstag hat müssen wir noch heute heimreisen.
Danke an Manu, dass sie mich auch in so schwierigen Touren begleitet und sie eine enorme psychische Ruhe verbreitet.

Bericht: Simon Pfandler
Fotos: Dagmar Wabnig

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